Fehlerangst beim Torwart – So gehst du richtig mit Fehlern um
Ein Fehler vom Torwart fällt sofort auf. Wo Feldspieler noch zehn Fehlpässe machen können, ohne dass es entscheidend ist, führt beim Torhüter oft ein einziger Fehler direkt zum Gegentor. Genau deshalb ist die Fehlerangst beim Torwart so verbreitet – und gleichzeitig eine der grössten mentalen Blockaden, die es gibt.
In diesem Artikel erfährst du:
- warum Torwart-Fehler normal und unvermeidbar sind
- wie sich Fehlerangst bei Torhütern zeigt
- welche mentalen Strategien dir helfen, mit Fehlern souverän umzugehen

Als Goalie stehst du im Rampenlicht: ein Fehler von dir kann sofort ein Gegentor bedeuten. Anders als ein Stürmer, der zehn Chancen vergibt und trotzdem der Held sein kann, werden Torhüter:innen oft nur an ihren Fehlern gemessen. Kein Wunder also, dass viele Goalies mit Fehlerangst zu kämpfen haben.
Doch Angst ist ein schlechter Mitspieler. Sie macht dich langsam, steif und raubt dir deine natürliche Spielintelligenz. In diesem Artikel schauen wir uns an, warum Fehler passieren, wieso Angst dich blockiert und wie du einen gesunden Umgang damit entwickeln kannst.
Warum Fehler als Torwart normal sind
Jeder Torwart macht Fehler. Selbst die besten Profis auf höchstem Niveau patzen und das live vor Millionen Zuschauern. Die Gründe:
- Hoher Druck: Du bist die letzte Instanz, dein Fehler wiegt doppelt.
- Schnelle Entscheidungen: Oft bleibt dir weniger als eine Sekunde für die richtige Reaktion.
- Unberechenbare Situationen: Abfälscher, rutschiger Ball, Gegnerkontakt – nicht alles ist kontrollierbar.
👉 Torwart-Fehler gehören zum Spiel. Entscheidend ist nicht, ob du Fehler machst, sondern wie du damit umgehst.
Typische Anzeichen für Fehlerangst beim Torwart
Fehlerangst äussert sich oft so:
- Du zögerst bei 1-gegen-1-Situationen.
- Du spielst nur Sicherheitspässe, um kein Risiko einzugehen.
- Nach einem Gegentor hängen deine Gedanken minutenlang am Fehler.
- Dein Körper ist verkrampft und du bewegst dich unnatürlich steif.
Das Problem: Wer Angst hat, Fehler zu machen, macht am Ende noch mehr Fehler.
3 Strategien gegen Fehlerangst als Torwart
1. Perspektivwechsel: Fehler sind Lernchancen
Stell dir die Frage: Erwarte ich von meinen Mitspielern absolute Fehlerfreiheit? Natürlich nicht. Also ist es auch unrealistisch, das von dir selbst zu erwarten.
2. Next Save Mentality
Dein wichtigster Ball ist nicht der, den du verpasst hast, sondern der nächste, der aufs Tor kommt. Entwickle die Routine, dich sofort nach einem Gegentor zu resetten.
Im Mentaltraining gibt es dazu unzählige Tools und wir bei MindSave benutzen oft das WIN-Tool (siehe Anleitungsvideo hier). Tipp: Entwickle selber ein solches Next Play Ritual (Handschuhe abklatschen, tief durchatmen, Blick nach vorne), denn das hilft dir, mental wieder bereit zu sein.
3. Fehler-Tagebuch
Während dem Spiel ist es wichtig, den Fehler schnell abzuhaken und nicht mehr daran zu denken. Aber nach dem Spiel geht es darum, zu reflektieren und aus dem Spiel zu lernen. Deshalb kannst du dann deine Fehler aufschreiben. Wir empfehlen auch dort, zuerst mit dem Positiven zu beginnen. Hier einige gute Fragen, die dir helfen, aus dem Fehler zu lernen:
- Was habe ich gut gemacht?
- Was kann ich verbessern?
- Welche konkreten Schritte leite ich diese Woche ein, um mich in diesem Bereich zu verbessern?
So verwandelst du jeden Torwart-Fehler in wertvolles Training und setzt direkt Handlungsschritte, um dich zu verbessern.
Fazit: Fehler machen dich stark
Ein Fehler als Torwart ist nicht das Ende, sondern ein Baustein deiner Entwicklung.
Dein Ziel ist nicht, fehlerfrei zu werden, sondern mit Fehlern mental stark umzugehen und daraus zu lernen.
Denn: Nur wer Fehler riskiert, wird auch die grossen Paraden machen.
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